"Demokratie ist wie Bürgerkrieg - bloß ohne Panzer"

Bundestagsabgeordneter Olav Gutting zu Gast am Heisenberg-Gymnasium

Nach GroKo-Durchbruch liefen die Drähte zwischen Berlin und Bruchsal plötzlich heiß

Bruchsal (Be). Keine Hemmungen hatten die Elftklässler des Heisenberg-Gymnasiums Bruchsal (HBG) und eine peruanische Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes beim Besuch von Olav Gutting (CDU), dem Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Bruchsal-Schwetzingen. In der Oberstufenbibliothek des HBG diskutierten die jungen Leute mit dem Politiker aus Oberhausen-Rheinhausen die Legalisierung von Cannabis ebenso intensiv wie die Frage der Obergrenze bei Flüchtlingen, die Zukunft der Volksparteien oder den Einsatz deutscher Panzer im türkisch-syrischen Grenzgebiet. "Wie kann es sein, dass Deutschland Waffen in Krisengebiete liefert, aber es nicht einmal schafft, die eigene Armee ordentlich auszurüsten?", wollte zum Beispiel ein Schüler wissen.

Olav Gutting ging jedoch keiner Frage aus dem Weg und scheute dabei auch inhaltliche Diskussionen mit den Jugendlichen nicht, etwa als er beim Thema "Wahlrecht ab 16" sogar ein "Wahlrecht ab der Geburt" ins Spiel brachte. Mit einem etwas martialischen, aber umso einprägsameren Vergleich erklärte der 47-Jährige Rechtsanwalt zudem, warum Konflikte und Streit essentieller Bestandteil unseres politischen Systems sind: "Einer meiner Professoren hat einmal gesagt: Demokratie ist wie Bürgerkrieg - bloß ohne Panzer!" Kontroversen, der Austausch von Argumenten und das harte Ringen um Kompromisse seien schlicht und einfach wesentliche Eckpfeiler einer Demokratie. Wer einfache Lösungen verspreche, verkenne die Realitäten, so Gutting, der einer Einladung von Gemeinschaftskunde-Fachvertreter Henning Belle gefolgt war und den Teenagern zwei Wochen nach dem Besuch seines Grünen-Kollegen Danyal Bayaz weitere wertvolle Einblicke in den Politikbetrieb ermöglichte.

Dass Kompromisse auch sehr schmerzhaft sein können, hatte Gutting kurz vor seiner Ankunft am HBG beim Blick auf die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen in Berlin einmal mehr selbst erfahren müssen. Seine Reaktion auf die Ressortverteilung zwischen CDU, CSU und SPD fiel entsprechend ironisch aus ("Puuuh! Wir haben wenigstens noch das Kanzleramt!"). Als Gutting nach dem anderthalbstündigen Intermezzo am HBG - Schulführung inklusive - sein Handy wieder einschaltete, traute er dann seinen Augen kaum. Sein prägnanter Kommentar zu den GroKo-Ergebnissen war nicht nur sehr häufig kommentiert, sondern auch von mehreren überregionalen Sendern und Zeitungen zitiert worden (s. hierzu u.a. www.faz.net und Berlin direkt). Selbst auf der offiziellen Pressekonferenz der Parteichefs Angela Merkel, Horst Seehofer und Martin Schulz nach dem Verhandlungsmarathon in Berlin war die Bemerkung des nordbadischen Bundestagsabgeordneten ein Thema. Die Drähte liefen plötzlich heiß zwischen Bruchsal und Berlin.

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