Geschichte und Politik hautnah

Bruchsal (Justin Paulsen). Zum Auftakt unseres Berlinaufenthalts im Sommer 2017 besuchten wir, der Neigungskurs Gk von Herrn Bugert,  die Ausstellung „Topographie des Terrors“. Grauenhafte, aber beeindruckende Bilder und Texttafeln zeigten, welch schreckliche, menschenverachtende Zeit die Herrschaftszeit des Nationalsozialismus war und  wie es zu einem derartigen Herrschaftsmonopol kommen konnte. Dieser Teil der deutschen  Geschichte wurde uns zusätzlich von einem kompetenten Mitarbeiter in Form einer Führung erläutert. Daraufhin besichtigten wir das Holocaust-Mahnmal für die während der NS-Zeit ermordeten Juden Europas, ehe wir uns das naheliegende Brandenburger Tor und das Bundesratsgebäude ansahen.
Unser zweiter Tag in Berlin startete mit dem Besuch des Stasi-Gefängnisses „Hohenschönhausen“, welcher sich als äußerst beeindruckend und spannend, aber auch schockierend herausstellte. So führte uns ein älterer Herr namens Rainer, der selbst einmal in einem solchen Gefängnis eingesessen hatte, durch das Gelände des alten Gefängnisses. Anfangs hatte man den Eindruck, der Zeitzeuge wolle die Führung möglichst schnell hinter sich bringen. So wechselten wir im forschen Tempo die verschiedenen Orte innerhalb des Gefängnisses, ohne die Möglichkeit genauer auf Sachverhalte eingehen zu können. Als unser Führer dann jedoch begann,  auf seine eigene Geschichte einzugehen, die ihn durch die jugendlich-unüberlegte Idee einen Bekannten mit seinem Ausweis über die Grenze zu schmuggeln in den Gewahrsam der Stasi brachte, wurde die Führung engagierter, leichter verfolgbar und  für uns wesentlich interessanter. Der Zeitzeuge berichtete, dass er bei einem Ausflug zuerst nach West- und schließlich nach Ostberlin als BRD-Bürger bei einem feuchtfröhlichen Abend einen jungen Mann seines Alters kennen lernte und diesem bei einer Nacht- und Nebelaktion über die Grenze verhelfen wollte. Dieser Plan war jedoch nicht zuletzt wegen des komplett  unterschiedlichen Aussehens der beiden schlecht durchdacht, scheiterte kläglich und endete für unseren Zeitzeugen in einer Zelle der Staatssicherheit. Diese drei Jahre waren für ihn die schlimmsten in seinem Leben, wie er uns berichtete. So wurden alle Inhaftierten teilweise körperlich, aber hauptsächlich psychisch solange gequält bis sie ihr Geständnis unterschrieben hatten. Eine Methode für dieses psychische Zermürben war beispielsweise das ständige Wachhalten der Gefangenen durch Licht und durch Schlagen gegen die Zelltüren. Auch nach dem Ende der Haftzeit leiden die ehemaligen Inhaftierten unter den Folgeschäden wie psychischen Krankheiten und Wahnvorstellungen, die sie  teilweise  das gesamte weitere Leben begleiten. So kann ich für den gesamten Kurs sprechen und sagen, dass uns dieser Besuch doch sehr beeindruckt, unser Wissen erweitert und jeden von uns  zum Nachdenken angeregt hat.  
Im Bundestag lernten wir dann viel über das System der Bundesrepublik, das deutsche Parlament und dessen Abgeordnete, und im DDR-Museum wurden uns Alltagsgegenstände aus DDR-Zeiten gezeigt, aber auch politische Aspekte wie das kommunistische Herrschafts- und Wirtschaftssystem der DDR erläutert. Sehr interessant fanden wir die  nach DDR-Standards ausgestattete Wohnung innerhalb des Museums. Die Zeit nach dem Museumsbesuch stand jedem frei zur Verfügung und so genossen alle noch einmal die letzten Stunden in Berlin vor unserer Abfahrt in die Heimat – das Ende sehr interessanter und abwechslungsreicher Tage!  

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Fotos: Bu

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