Wo Eier in der Flasche landen

Forscher-AG am HBG Bruchsal trotzt mit viel Kreativität der Pandemie

   Bruchsal (Ld). Am Heisenberg-Gymnasium Bruchsal (HBG) existiert seit nunmehr zehn Jahren eine Forscher-AG namens „Grünasium – Heisenberg-Gymnasium Bruchsal communicates green“, in der Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse als Nachwuchsforschende der Zukunft sich mit dem Themenkomplex der „Nachhaltigkeit“ beschäftigen. Dabei nehmen die Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Wettbewerben teil und widmen sich zusätzlich eigenen wissenschaftlichen Ansätzen, die meist im naturwissenschaftlichen Seminarkurs bis hin zum Abitur weiter vertieft werden.
   Dieses Jahr widmet sich die Junior-Forscher-AG unter Leitung von Vera Honert mit vollem Eifer – allen pandemischen Bedingungen zum Trotz – einer Vielzahl an Wettbewerben und Aufgaben, die teilweise auch in Heimarbeit erfolgen. So haben sich die jungen Forscher den Aufgaben der 18. Internationalen Junior Science Olympiade gewidmet und neben den Versuchen in der Schule, die vor dem Lockdown stattgefunden haben, fleißig zuhause an den Problemlösungen des Wettbewerbs mit dem Motto „Oh Schreck, ein Fleck!“ gearbeitet.
   Nach Einreichung der Dokumentation zu dem Wettbewerb haben sich die jungen Forscherinnen und Forscher kleineren Versuchen zugewandt, um Phänomene des Alltags näher zu beleuchten und smarte Lösungsansätze zu finden: Wie bekommt man ein Ei unbeschädigt in eine Flasche? Welche Erscheinungen des Alltags lassen sich aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers erklären? Welche ökonomische, ökologische und gesellschaftlichen Bedeutung kann man daraus ableiten?
   Zudem hat die Grünasium-AG an dem Wettbewerb „Bioökonomie 2020/21“ teilgenommen. Diese Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung trifft mit dem aktuellen Wettbewerb „Mein(e) Plastik ist BIO!“ exakt den Nachhaltigkeitsgedanken unserer MINT-EC- und UNESCO-Projektschule. Themenkomplexe zur Lebensmittelverpackung, zur Abbaubarkeit und Recyclingfähigkeit von Kunststoffen sind ebenfalls Leitgedanken, die fest im Schulcurriculum verankert sind und die das junge Forscherteam genauer unter die Lupe nimmt. Die selbst hergestellte Figur einer Schildkröte aus Casein von Jonathan Dapper, einer der vielen Teilnehmer der Junior-Forscher-AG, ist ein gutes Zeugnis gelungener Arbeit.
   Ein letztes großes Thema der Arbeitsgemeinschaft ist ein interner Wettbewerb „Plastik in der Natur – Nein Danke!“. Der durch die AG vorbreitete Wettbewerb ist für alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule offen. Es sind vier unterschiedliche Preise für die besten Kunstwerke zum Thema „Plastik in der Natur und im Alltag“ ausgeschrieben, die von einer Jury aus der AG verliehen werden.
Die Senior-Forscher AG, in der die Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe zehn teilnehmen, widmen sich indessen der Konstruktion und der Programmierung eines autark funktionierenden Neutralisationsautomaten für saure und basische Lösungen unbekannter Konzentrationen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, ein Modul für die Klassenstufe neun für das Fach NwT (Naturwissenschaft und Technik) zu entwickeln, in dem die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe eines Microcontrollers (Arduino) und durch photometrische Messungen eigene Neutralisationsautomaten entwerfen, konstruieren, programmieren, testen und verbessern sollen. Hierbei werden unterschiedliche Sensoren angesteuert, ausgelesen und mit Pumpen und Motoren so gesteuert und geregelt, dass nach dem Start des Neutralisationsautomaten kein Eingreifen von außen notwendig sein sollte. Nach einigen Rückschlägen und einer Vielzahl an durchgeführten Messungen ist es dem Forscherteam (Sophie Sorgatz, Carla Link und Vincent Fuchs) gelungen, einen funktionierenden Prototypen zu konstruieren und zu programmieren, so dass dieses Modul in Zukunft ein fester Bestandteil des NwT-Curriculums der Klasse neun sein wird.
   Die Grünasium-AG des Heisenberg-Gymnasium Bruchsal hat noch viele Ideen für die kommenden Schuljahre, die nur auf ihre Entwicklung und das Startsignal warten – hoffentlich dann nicht mehr unter pandemischen Bedingungen, da ein praktisches Arbeiten mit schulischem Equipment selbst mit einem extremen organisatorischen Aufwand ¬(durch die notwendige Einhaltung der Corona-Verordnungen) kaum möglich ist.

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