Bienen-AG gestartet

Ettlingen (Wi). Es gibt diese Bilder, die gehen einem nicht mehr aus dem Kopf: Da klettert die chinesische Arbeiterin Tao inmitten einer gigantischen Plantage mühsam von Ast zu Ast, um die Blüten der ihr zugeteilten Apfelbäume langsam von Hand mit Pollen zu bestäuben. Die Bienen sind da längst aus Taos Provinz verschwunden. Möchten die Menschen Äpfel essen, müssen sie selbst die Arbeit der Insekten übernehmen.
Die Szene bildet die Eingangssequenz zu Maya Lundes Roman „Die Geschichte der Bienen“ und ist im Jahr 2098 angesiedelt. Und doch ist, was Lunde hier als düsteres Zukunftsszenario entwirft, in der Provinz Sichuan schon heute längst Realität: Nachdem der chinesische Staatspräsident Mao Zedong Ende der 50er Jahre zunächst die Spatzen in Sichuan hatte ausrotten lassen, destabilisierte sich das Ökosystem derart, dass man unerwünschte Insekten anschließend chemisch vernichtete. Der Chemokeule fielen auch die eigentlich dringend benötigten Bienen zum Opfer, und nach wie vor sind viele Imker nicht bereit, ihre Bienenvölker in Sichuan fliegen zu lassen.
Welchen Beitrag Bienen für ein funktionierendes Ökosystem leisten, können die Schülerinnen und Schüler des Heisenberg-Gymnasiums Ettlingen nach pandemiebedingter Zwangspause seit letzter Woche in der neuen Bienen-AG erfahren, die von der Streuobst-Pädagogin und Hobby-Imkerin Petra Scheib auf der schuleigenen Streuobstwiese angeboten wird. Die Schülerinnen und Schüler, die mit Schutzoveralls ausgestattet selbst praktisch tätig werden, lernen in der AG beispielsweise, wie ein Bienenvolk wächst, welche Aufgaben die einzelnen Bienen haben und am Schluss hoffentlich auch, wie der kostbare Honig entsteht und man ihn erntet. Petra Scheib, die selbst Mutter eines Heisenberg-Schülers ist, faszinieren die kleinen Tiere schon seit 2012. Damals wurde sie durch die Medien und den Dokumentarfilm „More than Honey“ auf das Insektensterben und die Rolle der Honigbiene als Bestäuber aufmerksam und beschloss, sich im Imkerverein anzumelden.
Zwei Bienenvölker stehen derzeit auf der Streuobstwiese, und wenn alles gut läuft, werden die Imkerin und ihre Schülerinnen und Schüler im Juni 10–20 kg Blütenhonig schleudern können. Der Standort bietet mit Obstbäumen, Wiesen, nahegelegenen Kleingärten und blühenden Balkonen in der Umgebung jedenfalls viele abwechslungsreiche Bienentrachtpflanzen. Zwar soll es am Heisenberg-Gymnasium auch unter den Schülerinnen und Schülern viele Fleißbienchen geben. Sie zum Bestäuben der Bäume auf die Wiese zu schicken, sollte dank der Bienen-AG aber auch in Zukunft nicht nötig sein.
xyzIn voller Montur: die neue Bienen-AG auf der Streuobstwiese (Foto: Badior)

 
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