Chemie-Leistungskurs seziert Babywindeln
Karlsruhe (Kü). Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Kunststoffe“ hat der Chemie-Leistungskurs aus Klasse 12 Alltagsprodukte mit erstaunlicher Chemie im Inneren untersucht: Babywindeln, Haargel und Sekundenkleber.
Besonders beeindruckend war die Saugfähigkeit der Babywindeln. Der Kurs ging dem Geheimnis auf den Grund und sezierte die Windeln, um den sogenannten Superabsorber zu isolieren, ein Polymer, das große Mengen Flüssigkeit aufnehmen und als Gel binden kann. Der gewonnene Superabsorber wurde anschließend mit verschiedenen Flüssigkeiten untersucht. Dabei zeigte sich, wie stark die Aufnahmefähigkeit von der Art der Flüssigkeit abhängt und warum solche Materialien im Alltag so vielseitig einsetzbar sind.
Auch das Haargel bot interessante Versuchsergebnisse. Bei Zugabe von Salz verflüssigte sich die stabile Masse stark. Normales Wasser zeigte hingegen kaum einen Einfluss. Grund dafür sind Polyelektrolyte. Das sind wasserlösliche, ionische Kunststoffe, die dem Haargel zugesetzt sind, um für Stabilität sorgen.
Zum Abschluss wurde es kriminalistisch. Mit Sekundenkleber sollten Fingerabdrücke sichtbar gemacht werden. Hier zeigte sich, welchen Einfluss Wasser auf Sekundenkleber hat und dass Sekundenkleber nicht nur zum Kleben geeignet ist.
Die Experimente zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig funktionelle Kunststoffe in Alltagsprodukten sind. Gleichzeitig war es erschreckend, dass überhaupt in so vielen Alltagsprodukten Kunststoffe enthalten sind, die häufig ein Entsorgungsproblem darstellen, wodurch die Frage nach umweltfreundlicheren Alternativen oder auch biologisch abbaubaren Kunststoffen aufkam.
