DDR hautnah

Ettlingen (Ba). In der letzten Januarwoche absolvierte die Jahrgangsstufe 12 nochmal einen Crash-Kurs über die DDR. Am Montag, den 26.1.2026, fuhren alle drei Geschichtskurse mit ihren Lehrkräften Miriam Böhne und Max Maurer ins DDR-Museum nach Pforzheim, um anhand der vielen Sammlungsstücke einen Einblick in die Geschichte des vor 35 Jahren untergegangenen Staates zu erfahren. Der Besuch im Museum bildete den Auftakt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Alltag im SED-Staat.
Dazu gehörte eine Woche später auch ein Besuch des Ehepaars Klinge – beide in der DDR aufgewachsen –, das den Schülerinnen und Schülern am Heisenberg aus erster Hand berichtete. Die beiden schilderten, wie ihr Leben bereits ab der Geburt stark vom sozialistischen Staat geprägt war: Kinderkrippen standen ab dem dritten Lebensmonat kostenlos zur Verfügung, und viele Familien waren eng in das staatliche Betreuungssystem eingebunden. Frau Klinge wuchs direkt an der Grenze zur Bundesrepublik auf und konnte – trotz staatlicher Verbote – Westfernsehen empfangen. Auch ihr Mann, der aus Pasewalk im Nordosten stammte, hatte gelegentlich Zugang zu westlichen Sendern. Für ihn war dies besonders heikel, da sein Vater Offizier der Nationalen Volksarmee war und die Familie häufig umzog, später auch in die Nähe Berlins.
Die beiden berichteten weiter vom schulischen Alltag, der stark politisch geprägt war: FDJ, Pioniernachmittage, Unterrichtseinheiten zur Vorbereitung der Maiparade und die enge Bindung an sogenannte Patenbrigaden gehörten selbstverständlich dazu. Viele dieser Elemente kannten die Schülerinnen und Schüler bereits aus ihrem Besuch im Schulmuseum Leipzig während der Studienfahrt in Klasse 10, wo sie eine Unterrichtsstunde aus DDR-Zeiten nachgespielt hatten.
Ein prägendes Erlebnis für Klinges war die Jugendweihe in Klasse 8, bei der sie zum ersten Mal einen Eid auf die DDR schworen. Gleichzeitig berichteten sie, wie hart der Staat gegen Jugendliche vorging, die „neben der Schiene“ liefen – ein Ausdruck, den sie mehrfach verwendeten. Auch die Überwachung durch die Stasi war Thema. So erzählte Herr Klinge beispielsweise, dass die Stasi herausgefunden hatte, dass er Kontakt zu einem Mädchen hatte, dessen Familie Verwandte im Westen besaß. Er wurde gezwungen, den Kontakt abzubrechen. Ebenso berichteten die beiden Zeitzeugen, was mit Kindern geschah, deren Eltern einen Ausreiseantrag gestellt hatten – oft wurden sie in der Schule benachteiligt oder sozial isoliert.
Trotz all dieser Einschränkungen erinnerten sich beide rückblickend auch an schöne Seiten ihrer Jugend. Sie gaben zudem Einblicke in die Kosten des Alltags – von Mieten bis zu Straßenbahntickets – und schilderten eindrucksvoll ihre Erlebnisse in der Nacht des Mauerfalls.
Am Ende waren sich die Schülerinnen und Schüler einig: Die Begegnung mit dem Ehepaar Klinge war äußerst anschaulich und vermittelte vieles aus dem Leben in der DDR, das in keinem Schulbuch steht.
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