Mediengefahren im Alltag: Prävention statt Panik – Ein Besuch von Polizeihauptkommissar Christian Scheeder
Ettlingen (Ba). Am 9.12. 2025 nahm sich Christian Scheeder, Polizeihauptkommissar beim Polizeipräsidium Karlsruhe und dort für Prävention und Vorbeugung zuständig, drei Stunden Zeit, um mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 6e des Ettlinger Heisenberg-Gymnasiums über Mediengefahren zu sprechen. Sein Ziel war klar: Jugendliche sollen verstehen, wie sie sich im Umgang mit Smartphone und Internet schützen können – und wie sie vermeiden, selbst strafbar zu werden.
Scheeder machte deutlich, dass Smartphones und soziale Medien zwar zum Alltag gehören, aber auch erhebliche Risiken bergen. Besonders wichtig sei es, Anrufe oder Nachrichten von unbekannten Absendern gar nicht erst anzunehmen oder zu lesen, sondern sofort zu blockieren. „Viele Gefahren beginnen mit einer einzigen Nachricht“, betonte er.
Die Jugendlichen wurden gefragt: Wo lernt ihr im Internet eigentlich Leute kennen? Anhand realitätsnaher Chatbeispiele analysierten sie gemeinsam, welche Gefühle bestimmte Nachrichten auslösen können – Unsicherheit, Druck, Neugier oder sogar Angst. Ein Beispiel: Ein Mädchen erhält die Anfrage, Fotos von sich zu schicken. Gemeinsam wurde besprochen, wie sich ein solcher Chat entwickelt, welche Fragen absolut unzulässig sind und an welchen Stellen man unbedingt aufpassen muss. Ein Schwerpunkt lag auf konkreten Schutzmaßnahmen. So empfahl Scheeder dringend, bei WhatsApp die Einstellung zu wählen, dass nur eigene Kontakte das Profilbild sehen dürfen. Auch alternative Profilbilder seien eine sinnvolle Möglichkeit, die eigene Privatsphäre zu schützen.
Ein weiteres Thema war die Gefahr, selbst strafbar zu handeln. Besonders eindrücklich diskutierten die Schülerinnen und Schüler die Darstellung und Weiterleitung von Symbolen und Bildern des Nationalsozialismus. Vielen war nicht bewusst, dass bereits das Verschicken solcher Inhalte strafbar ist – unabhängig davon, ob man die Bedeutung versteht oder „nur Spaß machen wollte“. Die Diskussion darüber, wie man mit solchen Fällen umgehen sollte, war lebhaft und ernst zugleich. Scheeder machte klar, dass auch der Klassenchat kein rechtsfreier Raum ist.
Der Besuch des Polizisten in der 6e zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Medienkompetenz und Prävention im Schulalltag sind. Die Schülerinnen und Schüler erhielten nicht nur theoretisches Wissen, sondern konkrete Handlungsmöglichkeiten, um sich sicherer im digitalen Raum zu bewegen. Der wichtigste Rat des Experten: Misstrauen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstschutz. Und wer unsicher ist, sollte immer eine erwachsene Vertrauensperson einbeziehen – bevor aus einer Nachricht ein echtes Problem wird.
