Zwischen Schaumkraut und Klatschmohn

Biodiversität im Fokus am HBG Bruchsal

  
   Bruchsal (Mc). Egal ob Klatschmohn, Wiesensalbei oder Schaumkraut – die Wiesen rund um das Heisenberg-Gymnasiums Bruchsal (HBG) bieten eine immense Vielfalt an Pflanzen. Für viele Jugendliche ist der Bezug zur Welt der Pflanzen und Tiere heutzutage leider nicht mehr so selbstverständlich. Dadurch fehlt oft das Bewusstsein für die Artenvielfalt, die uns täglich umgibt, sowie die Übung, heimische Pflanzen-, Insekten- oder Vogelarten auseinanderzuhalten.
   Bereits in Klasse sechs wird seit dem Schuljahr 2025/2026 mit dem Streuobstwiesen-Projekt daran gearbeitet, dass die SchülerInnen des HBG sich mehr mit der Natur beschäftigen, die sie umgibt. Nun haben sich auch SchülerInnen aus den höheren Klassenstufen (Klasse 8d und verschiedene Kurse aus der Kursstufe) mit dem Thema der urbanen Biodiversität im Rahmen eines zweistündigen Workshops auseinandergesetzt.   
   An verschiedenen Tagen im Mai und Juni war Frau Dana Graulich von der Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Research Group for Earth Observation – rgeo) zu Gast, um gemeinsam mit den Jugendlichen ein innovatives Forschungsprojekt durchzuführen. Das Ziel: Mithilfe der interaktiven App „Smart in die Natur“ die Tier- und Pflanzenwelt direkt vor der Schultür unter die Lupe zu nehmen!
   Dass Natur nicht erst im tiefen Wald beginnt, sondern direkt vor der „Haustür“ bewies der Workshop eindrücklich. Dieser führte die Teilnehmenden in vier Etappen durch selbst gewählte Orte rund um die Schule:
In vier Schritten auf den Spuren der Biodiversität:
1) Startaufgabe: Bewaffnet mit iPads ging es los. Zum Einstieg verwandelte die App das Gelände in ein Bildersuchrätsel. Es galt, die Aufmerksamkeit gezielt auf die Umgebung zu lenken. Dabei mussten extreme Gegensätze aufgespürt werden – von etwas Großem und Kleinem über etwas Blaues oder Gelbes bis hin zu alltäglichen oder völlig außergewöhnlichen Entdeckungen.
2) Ein Quadratmeter Leben: Danach ging es ans Eingemachte. Ausgerüstet mit Zollstöcken steckten die Gruppen eine exakte Fläche von 1×1 Meter ab, um eine echte Bestandsaufnahme zu machen. Wie viele verschiedene Pflanzenarten und Tierarten leben hier? Wie stark ist der Einfluss des Menschen durch Lärm, Trampelpfade oder Müll? Die Ergebnisse waren verblüffend: Auf den kleinen Testfeldern dokumentierten die Jugendlichen teilweise über neun verschiedene Pflanzenarten und vier Tierarten. Von der schattenliebenden Nelkenwurz über Brombeeren bis hin zu tiefgründigem Löwenzahn wurde diese Vielfalt mithilfe der App genau kategorisiert. In einer natürlichen Streuobstwiese lassen sich in einem Quadratmeter sogar zwischen 20 bis 40 verschiedene Pflanzenarten finden!
3) Besondere Stadtarten: Im dritten Teil richtete sich der Blick auf Tiere oder Pflanzen aus städtischen Gebieten. Die App half dabei, typische Stadtbewohner zu identifizieren, die den urbanen Raum erobert haben – darunter Haussperlinge auf den Dächern, Amseln im Gebüsch sowie unaufhaltsames Gras und Löwenzahn in den kleinsten Gehwegritzen.
4) Wie können wir Artenvielfalt fördern? Zum Abschluss ging es um die Zukunft. Die Teilnehmenden suchten in der Umgebung nach Maßnahmen, die der Tier- und Pflanzenwelt aktiv helfen. Gefunden wurden wichtige Errungenschaften für die Erhaltung der Natur: Wildwiesen, Honigbienenstöcke, gezielt ungemähte Grünstreifen als sichere Korridore für Wildtiere oder Heimat für Insekten sowie eine ordentliche Mülltrennung und -entsorgung.
Fazit: Der Workshop hat eindrucksvoll bewiesen, wie moderne digitale Medien genutzt werden können, um junge Menschen für den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen zu sensibilisieren. Dank des handlungsorientierten Ansatzes der PH Heidelberg konnten die Jugendlichen ökologische Herausforderungen direkt vor ihrer eigenen Haustür erkennen und verstehen. Ein rundum gelungener Workshop, der zeigt, dass Umweltschutz und Digitalisierung Hand in Hand gehen können!
Hier geht’s zur Website des Workshops.

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Foto: Dana Graulich (PH Heidelberg)

 
TERMINE
Zeugnsiausgabe HBG Bruchsal
24. 07. 2026, 14:30h
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Sommerferien
25. 07. 2026, 00:00h – 12. 09. 2026, 00:00h
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