Dritte Auflage des Poetry Slams am HBG Karlsruhe

Karlsruhe (He). Nun bereits zum dritten Mal fand am vergangenen Freitag der HBG-Poetry Slam in der Mensa des HBG Karlsruhe statt. Zu Beginn begrüßte Schulleiter Ingo Liebe die anwesenden Gäste an diesem geschichtsträchtigen 31. Januar mit einem kleinen Slam seinerseits, einem Text des bekannten Journalisten, Autors und Slammers „NichtGanzDichter“ aus Nordrhein-Westfalen zum an diesem Datum hochaktuellen Thema Europa und Brexit. Nach dieser gelungenen Einstimmung gab er dann die weitere Moderation an Deborah Freund und Jan-Philipp Gnad ab, die, unterstützt von den Punktewächtern Valentin Bacher und Marwin Stahl, durch den verbleibenden Abend führten. Die beiden erklärten zunächst, dass es sich bei einem Poetry Slam nicht um eine gewöhnliche Autorenlesung, sondern um einen literarischen Wettstreit handele. So gehe es darum, die besten „Slammer“ an den Heisenberg-Gymnasien zu ermitteln.
Schülerinnen und Schüler der Heisenberg Standorte Bruchsal und Karlsruhe, die in den Wochen und Monaten zuvor eigene Texte geschrieben hatten, stellten sich diesem Wettbewerb nun alleine oder in Teams. Zu gleichen Teilen entschieden das Publikum sowie eine Lehrerjury, der Frau Brucker, Frau Kapesser, Frau Kullik, Herr Grundmüller, Herr Huissel und Herr Lang angehörten, mit ihrer jeweiligen Wertung über den Ausgang des Poetry Slams. Um das Procedere zu verdeutlichen und einmal durchzuspielen, traten vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs gleich zwei sogenannte „Opferlämmer“ gegeneinander an. In diesem Jahr hatten sich die ehemaligen Abiturienten Franziska Lippert und Robin Gundert dazu bereit erklärt und beeindruckten die Jury und das Publikum gleichermaßen mit einem bissigen Text über die herablassende Haltung der älteren Generation gegenüber der Jugend und andererseits der humorvollen Darstellung des Alltags eines geplagten Pharmaziestudenten, der zwischen Karlsruhe und Freiburg pendeln muss. Publikum und Jury quittierten den Beitrag gleichermaßen mit hohen Wertungen, die jedoch nur symbolischen Gehalt hatten.
Katharina Tomek eröffnete im Anschluss offiziell den poetischen Wettstreit. In eindringlichen Worten und mit einer unglaublichen Präsenz auf der Bühne thematisierte sie eindrucksvoll in Anlehnung an ein Lied der Band „die Ärzte“ die Skepsis der älteren Generation gegenüber der jüngeren, die sich mit jeder Generation erneuert. Danach trat Paulina Bentz auf. Sie widmete sich der Schönheit der Welt und deren Zerbrechlichkeit, dem Wunder und den Möglichkeiten des Lebens in einem ebenfalls eindrucksvollen sowie poetischen Text, den man nicht so schnell vergessen kann. Daraufhin betrat die letztjährige Siegerin Ronja Schmitt, die erneut aus Bruchsal angereist war, die Bühne, die sich mit starken Worten und Bildern mit dem Thema der Grenzen sowie der Abgrenzung anhand der Metapher der Mauer in ihrem gleichnamigen Text beschäftigte. Ihre sehr professionelle und eindrückliche Darbietung beeindruckte alle. Im Anschluss begeisterte der Text „Rhythmus der Maschine“ das Publikum, ein gleichsam lyrischer und dystopischer Text aus der Feder Jim von Woellwarths, der sich mit der Verdrängung der Menschen durch die Maschine befasste, ein Kunstwerk in sich. Viel privaterer Natur war der überaus poetische Text von Alma Stephan, der darauf folgte und sich mit der Angst vor der Schreibblockade, der Macht der Worte und der Notwendigkeit des Scheiterns beschäftigte.  Nach der Pause performte Lynn Glamann aus der 10a auf eindrucksvolle Weise mit gesungenen Passagen einen Text über Grenzen und Mauern, die sie durch die Motive der Sonne und der Schatten verbildlichte. Als nächste Slammerin richtete Paula Dunsche mit einem mitreißenden Auftritt in ihrem gesellschaftskritischen Text ihren Blick auf das Dilemma der Zeit und die Frage, in welchem Verhältnis die Gegenwart zur Zukunft und zur Vergangenheit steht und welche Wechselwirkunken daraus resultieren. Als einziges Duo des Abends traten Eva Schwarz und Emma Bös unter dem Namen „e²“ auf. Alltagsrassismus und der Vorurteile standen im Zentrum dieses als Dialog inszenierten und dialektisch aufgebautenTextes. Der Auftritt ging unter die Haut.  Anastasia Fieg begeisterte Jury und Publikum gleichermaßen mit ihrem Text „Das Leben sei schön, sagen sie“, in dem sie Vereinsamung und Depression in einer oberflächlichen Konsumgesellschaft und den Verlust der Kindheit eindrücklich zum Ausdruck brachte, wobei am Ende ihres Textes auch Hoffnung eine zentrale Rolle spielt, ein schöner Abschluss des Abends. Am Ende erreichte sie mit dieser eindrucksvollen Darbietung den zweiten Platz. Den dritten Rang belegte Alma Stephan. Als verdienter Sieger des Poetry Slams konnte sich Jim von Woellwarth feiern lassen. Respekt und Dank muss aber auch denjenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern entgegengebracht werden, die keinen der ersten drei Plätze belegten, das Ergebnis war sehr knapp und das Publikum war nachhaltig beeindruckt von der Qualität der Texte,  der unglaublichen Präsenz auf der Bühne und den professionellen Darbietungen aller Slammerinnen und Slammer. Dadurch haben sie maßgeblich zu einer gelungenen Veranstaltung beigetragen, die im kommenden Jahr in die nächste Runde gehen wird. Großer Dank gilt auch dem Technik-Team unter der Leitung von Frau Breiner.   

Poetry

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