Flucht aus der Ukraine

Ettlingen (Wi). Auch vier Monate nach Kriegsausbruch in der Ukraine ist vollkommen unklar, wann und unter welchen Umständen Frieden in Europa einkehren kann. Für viele ukrainische Geflüchtete in Deutschland bedeutet das weiterhin eine ungewisse Zukunft voller Sorgen und Ängste. Und doch gibt es auch immer wieder kleine Lichtblicke: Einer davon ist die Aufnahme von vier ukrainischen Schülerinnen und Schülern in den Klassen 6, 8 und 10 am Heisenberg-Gymnasium Ettlingen. Die vier Teenager waren mit ihren Müttern in den ersten Kriegstagen aus Kiew geflohen und bei einer Gastfamilie untergekommen, deren Söhne ebenfalls das Heisenberg besuchen. Für Schulleiterin Ulrike Kappesser war von Anfang an klar: Wir ermöglichen schnell und unkompliziert einen Schulbesuch, um zumindest einen Hauch von Stabilität für die Jugendlichen und ihre Familien zu gewährleisten. Zwar haben die geflohenen Schülerinnen und Schüler und ihre Mütter dank der vergleichsweise frühen Flucht keine schweren Traumata erlitten, die beiden Familienväter befinden sich aber nach wie vor in ihrem Heimatland und dürfen nicht ausreisen.
Der Krieg in der Ukraine ist am Heisenberg-Gymnasium immer wieder Thema. So hat die Fachschaft Gemeinschaftskunde schon früh nach Kriegsausbruch eine Informationsveranstaltung angeboten, um gerade auch jungen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen und über mögliche Ängste zu sprechen. Selbst aktiv in der Hilfe für Geflüchtete und Opfer des Krieges wurde die SMV, die mit mehreren Kuchenverkäufen Spenden in Höhe von insgesamt 510 € für das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe sammeln konnte und darüber hinaus einen Spendenmarathon plant. Das Thema Flucht und Migration nach Europa war schließlich auch Teil eines Workshops der Landeszentrale für politische Bildung, an dem die zehnte Klasse vor den Ferien teilgenommen hat. Vor dem Hintergrund globaler Flüchtlingsbewegungen erweiterte sich der Blick auf die aktuelle Situation im Osten Europas noch einmal um eine ganz andere Perspektive.
Dass der direkte Kontakt zu den ukrainischen Schülerinnen und Schülern am Heisenberg deutlich macht, wie nah solche Konflikte inzwischen sind, sorgt für Nachdenken. Die vier Neuen, die neben der Beschulung im Fachunterricht inzwischen auch einen speziellen Sprachkurs mit einer ukrainischen Deutschlehrerin durchlaufen, fühlen sich zwar innerhalb der Schulgemeinschaft gut aufgehoben. Und einer der vier, der bereits in der Ukraine Deutsch gelernt hatte, um am Studienkolleg Kiew sein Abitur abzulegen, wollte auch schon vor Kriegsausbruch in Deutschland studieren. Trotzdem aber gibt es einen Wunsch, der alles überlagert: Alle vier Schülerinnen und Schüler warten sehnlichst auf das Kriegsende, um ihre Väter wieder in die Arme schließen zu können.
xyzDas Thema Flucht und Migration sorgte auch im Planspiel der 10e für reichlich Kopfzerbrechen. (Foto: Badior)

 
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