Konzertbesuch im Staatstheater Karlsruhe

Wieder einmal lautete der Dresscode „Jackett und ordentliches Schuhwerk“ bei den Herren und „Buon Gusto“ bei den Damen, denn für die Schülerinnen und Schüler des 11er-Musikkurses war ein Konzertbesuch im Staatstheater Karlsruhe angesagt. Und dies ausgerechnet an einem Abend im Juni, an dem Deutschland bei der Fußball-EM spielte… Doch glücklicherweise gab es vor dem Staatstheater ein Public Viewing und auch der Moderator hielt Zuhörer wie auch Musiker über den Spielstand auf dem Laufenden. Selbst der SWR war zu Interviews vor Ort, um der Frage nachzugehen, was denn nun der Motivationsschub sei einem Konzert zu lauschen, wenn doch zeitgleich die ganze Nation ein Spiel der Deutschen Nationalmannschaft verfolgte. Doch was war die Antwort der an diesem Abend in auffälliger Anzahl vertretenen jungen Zuhörer? „Man muss ihn einfach hören und sehen: Martin Grubinger, den Superstar der aktuellen Schlagzeugszene!“

Und dieser wusste sich richtig gut in Szene zu setzen. Fast die ganze rechte Hälfte der Bühne nahm sein Inventar in Anspruch. Und weil er sich darin bewegte wie ein Dompteur in der Manege, hatte man extra noch einen Bildschirm installiert, damit er den Dirigent auch ja nicht aus den Augen verlor.

Virtuosität bis hin zur Ekstase, meditative Inseln inmitten brodelnder Emotion, Verträumtheit und rhythmischer Furor – all das ist FROZEN IN TIME des 31 Jahre alten Israelis Avner Dorman. Ein Stück, das weniger mit Erwartungen spielt als sie in vollem Maße erfüllt. Den Auftakt machten ein rhythmisch bizarrer Jazz, harte Grooves und ein ungebrochener Drive, und eine traumartige Atmosphäre im Adagio schloss sich an, bei der Grubinger seine Soli wie eine tanzende Feder im Winde dahinschweben ließ. Von den Stühlen riss der Solist sein Publikum erst recht beim Presto-Finale, wo Dorman vom Afro Cuban Jazz bis zur Filmmusik à la „Mission Impossible“ tief in die kompositorische Trickkiste griff. Nicht enden wollende, minutenlange Beifallsstürme erfüllten den Konzertsaal und wie ein Damoklesschwert lag die Frage im Raum: Kann das nach der Pause noch getoppt werden?

Doch wer gedacht hatte, dass man „Frozen in Time“ nicht toppen kann, hatte die Rechnung ohne Dvořáks 7. Sinfonie und das glänzend aufspielende Staatsorchester gemacht. Eine opulente Orchesterbesetzung, facettenreiche und klangmalerische Orchestrierung, gepaart mit der Feurigkeit und Expressivität slawischer Tanzrhythmen führte zielgerichtet zum finalen Schlussakkord eines exzellenten und außergewöhnlichen Konzertabends.

Heinz Huber

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